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3. Jubiläums-Vortrag:

Am Dienstag, dem 11. März referierte Dr. Günter Schulte im Gasthof Cramer als dritter Referent der Jubiläums-Vorträge über ein schwieriges Thema: Hirschberg im 16. Jahrhundert. Als er diese Vortrags-Verpflichtung im vergangenen Jahr angenommen hatte, wußte er noch nicht, welches Material sich zu diesem Thema in der Literatur und vor allem in den Archiven finden lassen würde. Aber Günter Schulte ist Archiv-Profi, der Hirschberger ist hauptamtlicher Archivar der Stadt Schmallenberg - und so gelangen ihm wirklich interessante Funde in den verschiedenen Archiven, die die Aufmerksamkeit der fast 70 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer zwei Stunden lang fesselten.

Am Schluß seines Vortrages gab er folgende Zusammenfassung: "Bezogen auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten, seine Einwohnerzahl und Größe zählte Hirschberg im 16. Jahrhundert nicht zu den wichtigeren und einflussreicheren Städten im Herzogtum Westfalen. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es von der wachsenden Bedeutung des Schlosses profitierte, die wiederum darauf zurückzuführen ist, dass die Kölner Erzbischöfe dort zunehmend jagd- und forstverwaltliche Aufgaben konzentrierten und auch selbst von dort aus zur Jagd gingen. 1584 wurde im Hirschberger Schloss ganz offiziell ein für das gesamte kurkölnische Westfalen zuständiges Jagd- und Forstamt eingerichtet. Auf das Schloss und die dort tätigen Amtsträger ist auch zurückzuführen, dass Hirschberg zum Gerichts- und Verwaltungssitz eines kleinen, aus Hirschberg, Allagen, Westendorf, Nieder- und Oberbergheim bestehenden Amtsbezirks wurde.
Die Hirschberger lebten einerseits als Ackerbürger von den Erträgen aus Land- und Forstwirtschaft, andererseits profitierten sie als Handwerker, Dienstleister und Personal vom Schloss, den dort tätigen Funktionsträgern und dessen Besuchern.
Enge Beziehungen bestanden auch zum Kloster Odacker, mit dem man sich die flächenmäßig geringe Feldmark teilte, die im Grunde seit dem Mittelalter bis heute nahezu unverändert blieb. Das zog gelegentliche Differenzen nach sich. Insbesondere der mangelnde Waldbesitz führte hingegen immer wieder zu Streitigkeiten mit den Besitzern benachbarter Marken um Holz-, Mast- und Huderechte.
Aus Sicht der erhalten gebliebenen Quellen finden wir Hirschberg während der konfessionellen Auseinandersetzungen im Herzogtum Westfalen gemeinsam mit Arnsberg und den anderen Städten der ehemaligen Grafschaft Arnsberg auf altgläubiger Seite.
Es dürfen aber Zweifel daran erlaubt sein, dass es in Hirschberg keinerlei reformatorische Tendenzen gegeben haben soll. Sogar in Warstein und Kallenhardt wurde protestantisch gepredigt. Daher ist es schwer vorstellbar, dass die arnsbergischen Städte, darunter Hirschberg, davon unberührt geblieben sein sollen, zumal sich Gebhard Truchseß im kritischen Zeitraum 1582/83 längere Zeit in Hirschberg aufhielt. Gerade hier wurden im Kreis hoher protestantischer Reichsfürsten und Würdenträger wichtige Dinge verabredet. Diese Zweifel scheinen angesichts der Beratungen und Beschlüsse einer Zusammenkunft von Allagen, Belecke, Hirschberg, Kallenhardt und Warstein vom 15. Oktober 1584 berechtigt zu sein."
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