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"Pluggen Platz" - das Tor zur Sauerland-Waldroute

Entwurfsplan

In den Jahren 2013/2014 hat die Dorfgemeinschaft diesen Platz neu gestaltet, um dem Hirschberger „Tor zur Sauerland-Waldroute“ ein attraktives und gleichzeitig an die Dorfgeschichte erinnerndes Umfeld zu geben.

Das knapp 800m² große Grundstück verdankt seine jetzige Form, wie die meisten anderen Grundstücke im Hirschberger Ortskern, dem vom Landvermesser Franz Gipperig nach dem Stadtbrand 1788 verordneten neuen Stadtgrundriss, bei welchem die Bebauung großzügig und mit Abständen untereinander angeordnet wurde.

Woher stammt der Name „Pluggen Platz“?

Besitzer dieser ehemaligen Hausstätte war vor und nach der Neuordnung 1788 Heinrich Calles, genannt „Steineken“. Dank der für die ursprünglichen Hausstätten erstellten Eigentümerchroniken besteht auch über die vorhergehende und weitere Besitzfolge Klarheit. Namensgebend war ab 1882 Familie Plugge. Die letzte Besitzerin, Maria Plugge, hat in 3. Generation das Haus gemeinsam mit ihrem Mann Johannes Dolle und ihren Kindern bis 1964 bewohnt, ehe Haus und Grundstück 1966 an die Stadt Hirschberg veräußert wurden.

Nach den Plänen der Gemeinde sollte dort ein Feuerwehrgerätehaus errichtet werden. Dementsprechend wurden 1967 die Wohn- und Wirtschaftsgebäude abgerissen. Da aber die Feuerwehr einen anderen Standort fand, blieb das Grundstück lange Zeit brach liegen. Im Jahr 1975 verliert Hirschberg die 1308 verliehenen Stadtrechte und wird in die Stadt Warstein eingemeindet. Nach der kommunalen Neugliederung wird ein kleiner Ruhepark, ausgestattet mit Schachbrett und Springbrunnen, angelegt. Hirschberg sollte damit als Erholungsort weiter gestärkt werden. Die Unterhaltungskosten standen aber schon bald für die Stadt Warstein in keinem vertretbaren Verhältnis zum erhofften Nutzen. Das Wasser wurde abgestellt und der Platz weitgehend sich selbst überlassen.

Erst mit der der Auswahl von Pluggen Platz als eines der örtlichen „Tore zur Sauerland-Waldroute“ wurde ein neuer Impuls gesetzt.

Aktive Dorfgemeinschaft

Angeregt durch den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zu­kunft“ setzte sich die Dorfgemeinschaft, vertreten durch den Vereinsring, eine Neugestaltung des Umfeldes zum Ziel. Nachdem öffentliche Förderungen aufgrund fehlender Anteilsfinanzierung der Stadt Warstein ausfielen, wurde beschlossen, Planung und Ausführung sowie Materialkosten mit eigenen Mitteln und Kräften zu stemmen.

In einer ersten Bauphase wurden Sichtbarrieren zur Kurfürstenstraße beseitigt und so das „Tor zur Sauerland-Waldroute“ weit geöffnet. Die baufällige, aber ortstypische Bruchsteinmauer mit Ziegelabdeckung wurde erneuert, Verbuschungen und überzählige Bäume von dem Platz entfernt.

Ein Planungsgedanke war, als gestalterisches Element Pluggen Haus durch die Nachbildung der Grundrisse wieder aufleben zu lassen. Auf diese Weise sollte eine der ursprünglichen Hausstätten Hirschbergs gewürdigt und gleichzeitig ein offener Raum geschaffen werden für Dorffeste wie den jährlichen Tanz in den Mai.

Im Urriß von 1828 ist noch gut erkennbar, wo früher die Baukörper gestanden haben. Dieser zeigt zudem, dass das Haus nach dem Wiederaufbau von zwei Brandgassen gesäumt war, die jedoch bald wieder in die Hausgrundstücke integriert wurden.

Schwieriger war es, die innere Raumaufteilung zu rekonstruieren. Anhand der noch vorhandenen Hausakte  konnten zwar einige Informationen gewonnen werden, maßgeblich waren jedoch die Erinnerungen und Fotos der letzten Bewohner. Mit deren Hilfe konnten auch Besonderheiten wie der Abtritt im Kuhstall und die Lage eines früheren Brunnens rekonstruiert werden. 

Durch Verlegung des Weges ist es jetzt möglich, wie in alten Zeiten ausgehend von der Schlossstraße über die Deele bis zur ehemaligen Küche, von dort Richtung Stall und auf der Rückseite des Gebäudes in den früheren Nutzgarten zu gelangen.

Diese Informationswand steht als Symbol für die in Hirschberg früher bei Privathäusern typische Fachwerkbauweise. Der Brunnenring soll hingegen an die Wasserversorgung erinnern, welche von den Anfängen der Ortschaft Hirschbergs im 12./13. Jahrhundert bis zum ersten zentralen Wasserleitungsnetz im Jahr 1890 ausschließlich über Brunnen erfolgte.

Für finanzielle Unterstützung danken wir der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Warstein-Rüthen, der Hirschberger Bürgerstiftung und der Firma Phönix-Treppenbau.