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Prozession am Dreifaltigkeitssonntag

Zeichnung Hirschbergs um 1730
Ansicht Hirschbergs nach einer Zeichnung Renier Roidkins (um 1730)

Auszug aus dem Bestand Herzogtum Westfalen Landesarchiv Nr. 1320

Zeichnung Jagdschloss Hirschberg des wallonischen Künstlers Renier Roidtkin von 1725

Beschreibung der Prozession am 1.7.1760 "Dreifaltigkeitssonntag"

"1tens  Von der Pfarrkirche zur Soister Pforten hinaus durch die allee um die burg, den hagen hinunter durch die Bieke oberhalb potthoffs kampe über die Felder bis zum heiligen häußgen in der bieke, wo die erste Station

"2tens  von da über die Landstraße nach der Siebecke zum heiligen häußgen, wo die zweyte Station

"3tens  von da über den Eickhagen und Felder nach dem Closter Odacker, wo die dirtte Station - hohes Amt und Predig gehalten wird

"4tens  von Odacker auf den Kalckofen, wo die vierte und letzte Station alsdann durch die allee zur Soister Pforten hierin der rückweg zur Pfarrkirche genommen wird

Große Prozession

Skizze des Prozessionswegs
Scema des processionsweges, so vorhin zu Hirschberg fer. 2da S. Sma Trinitatis abgegangen

Laut Unterlagen im Landesarchiv Münster, hat es im 18. Jahrhundert einen Streit zwischen dem Pfarrer und dem Stadtrat wegen Verlaufs der Prozession und des Prozessionsweges gegeben. Hier der abgeschriebene Originalbericht, sowie die daraus gezogenen Schlußfolgerungen:

"Scema des processionsweges, so vorhin zu Hirschberg fer. 2daS. Sma Trinitatis abgegangen"

Damit dürfte die Prozession am zweiten Werktag nach dem Fest der Hl. Dreifaltigkeit gegangen sein. "Der Weg ist ehedem größer alß kleiner" weist dabei auf eine vorgenommene Kürzung des Weges hin, vorher scheint er wesentlich länger gewesen zu sein.

Als Verlauf der Prozession  konnte folgendes entnommen werden.

Nachts um 1 Uhr fand die erste Messe wahrscheinlich in der Kirche statt.

Die 2. Messe fand auf Odacker statt.

Danach folgten die für eine Prozession üblichen vier Stationen, Die Rückkehr wird mit dem Nachmittag um 1 Uhr angegeben.

In Zusammenhang mit diesem Streit  ist ein Schreiben von J. Theodor Schulte überliefert, in dem es in Auszügen heißt:

"Euer hochwürd. Verordnung gemäß habe mich sofort den 31ten May auf Hirschberg begeben, und keiner Parthey verdächtig zu seyn, auf dem Schloß die Einkehr genommen, worzu partes ohn anstand beforderen lassen. Nachdem selbige erschienen, kam es zu einem harten Wortwechsel von Schelmen Spitzbuben; wozu aber der dortige H. Pastor den mehristen anlaß gegeben und sich nicht allzu geistlich aufgeführt" weil keine Einigung über den Verlauf des Weges stattfand hat Schulte weiter verhandelt.